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Creative Live; 03/2004 - Juli/August

DVD de Luxe: Die 3D-Designschmiede Blurmedia
entwickelt Menüs für DVDs komplett digital. Wie
„Die Unendliche Geschichte“ mit dem Cintiq-Interactive-Pen-Display 18SX von Wacom entstand, zeigt dieser Werkstattbericht. Anspruchsvolle Aufgabenstellung: Der Auftrag, das Menü und die
Bonustracks für die DVD-De-luxe-Ausgabe zu erstellen, ging an Blurmedia. Das Designstudio arbeitet bereits seit mehreren
Jahren für große Filmstudios und entwickelt neben DVDs auch TV-Trailer sowie 2D-/3D-Animationen. Die DVD
sollte die Zuschauer von Anfang an in die Welt von Bastian Atreju führen, Elemente aus dem Film benutzen und vor allem lebendig wirken. Insgesamt umfasste die De-luxe-Ausgabe zwei DVDs. Eine davon sollte den deutschen Film mit zusätzlichen Infos enthalten, die andere die englische Fassung, das Musikvideo und weitere Features. Das Menüdesign und die Menüführung müssen den hohen
Ansprüchen des Films entsprechen. Und, wie bei DVD-Produktionen üblich: Zeit und Budget waren knapp bemessen. Grundidee und Skribbles Die Grundidee für das Menü stand schnell
fest: Wie im Buch, sollten auch bei den DVDs Bastian und Atreju im Mittelpunkt stehen. Für die beiden DVDs übernahm man zwei zentrale Elemente aus dem Film: Im Mittelpunkt der ersten DVD
steht Bastian mit dem Buch auf demDachboden. Die zweite DVD dreht sich ganz um Atreju vor dem Spiegel des Eispalastes
(Abbildung 01). Die Menüführung sollte komplett ohne Schnitte, dafür
ausschließlich über Kamerafahrten geschehen. Statt erste Skizzen mit Papier und Stift zu erstellen, zu scannen und zu
verschicken, entwickelte Blurmedia-Chef Michael Schwertel schon die ersten Skribbles digital – direkt mit dem Cintiq-Stift auf dem Display. Dadurch wurde nicht nur die Abstimmung erheblich
schneller, auch Korrekturen der ersten Entwürfe konnten digital umgesetzt werden; es war nicht erforderlich, sie komplett neu zu zeichnen. Die Umsetzung Zunächst wurde das Gesicht von Bastian aus dem Originalfilmmaterial kopiert. Mit der 3D-Software
XSI von Softimage entstanden der dreidimensionale Bastian und um ihn herum der Dachboden. Mithilfe des Cintiq-Stiftes konnten die
Texturen der einzelnen Objekte exakt bearbeitet werden. Für
Michael Schwertel ein entscheidender Vorteil: „Mit dem
Cintiq kann ich direkt mit dem Stift auf dem Bildschirm an 3D-Objekten malen und Veränderungen vornehmen.“ Dank der
Drucksensitivität können die Texturen unterschiedlich stark aufgetragen werden. Nachdem die einzelnen Objekte und die Umgebung geschaffen waren, wurden die Kamerafahrten realisiert.
Szene auf dem Dachboden: Die Kamerafahrt beginnt hinter Bastian,
fährt dann um 180 Grad um ihn herum und leitet den Zuschauer auf das aufgeschlagene Buch vor dem Jungen. Ein Klick auf den entsprechenden Menü-Unterpunkt startet eine neue Fahrt. Da die
gesamte Menüsteuerung komplett ohne Schnitte auskommt, war hier ebenfalls Präzision gefragt. Auch das setzte Michael Schwertel von Anfang an digital um: Mit dem Stift auf dem Display wurden
Start- und Endpunkt der Kamerafahrt festgelegt, und der jeweilige Bewegungspfad selbst wurde in einer schwungvollen Linie dargestellt. Das Ergebnis: Wie beim Filmen mit einer „echten“ Kamera entstand eine fließende Bewegung. Ohne den Stift und das direkte Arbeiten auf dem Bildschirm wäre dies nur mit erhöhtem
Zeit- und Rechenaufwand möglich gewesen. Einzelne Bilder konnten hinterher gezielt retuschiert werden. Die Drucksensitivität
des Cintiq-Stiftes erlaubt es, die Strichstärken zu variieren und so feinste Korrekturen pixelgenau umzusetzen. Das digitale Papier verfügt über eine weitere Funktionalität, wie sie die Zeichner
vom Malen her kennen: Damit sozusagen das Gefühl so nah am Papier ist wie möglich, lässt sich das Display aus der Halterung nehmen und beispielsweise auf den Schoß legen. In der Halterung selbst kann es um 180 Grad nach links und nach rechts gedreht werden. Die malerische Art des Arbeitens übertrug sich positiv auf das Aussehen der Animationen. Einzelne Elemente wurden esondert
entwickelt. Beispielsweise ist auf dem Dachboden ein Skelett zu sehen. Für den Nachbau in 3D waren Zeit und Budget zu knapp. Deshalb wurde ein Skelett aus einem Foto freigestellt und auf die Fläche des Dachbodens projiziert, damit eine räumliche Vorstellung entstehen konnte, die von einer echten 3D-Entwicklung nicht zu unterscheiden ist. Hier profitierte man von der Genauigkeit des Stifts: Freigestellte Objekte im Raum wirken nur dann echt, wenn sie ganz exakt ausgeschnitten sind und wenn kleinste Feinheiten
beachtet wurden. Der Stift bietet die Möglichkeit, pixelgenau zu zeichnen. Mit dem Radiergummi am Ende des Stifts lassen sich kleine Fehler einfach korrigieren.

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