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Pressespiegel

1.) Mit Momo und Mr.Bean auf Du und Du

2.) Virtuelle Häschen

3.) Auf Pop-Komm großer Auftritt für Blurmedia

4.) Moderatorin auf Lindlarer Schatzsuche

 

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Kölner Stadt-Anzeiger; Oberberg [13.02.03]
Mit Momo und Mister Bean auf Du und Du
Der Mediendesigner lässt Gummibärchen und andere Puppen tanzen.

Lindlar - Der 29-jährige Mediendesigner hat nämlich für Thomas Gottschalks „Wetten dass...“ dem Haribo-Konfekt Leben eingehaucht und lässt die Süßigkeiten über die Mattscheibe turnen. Was dann gleich eins der Fachgebiete des Mediendesigners ist: 3-D-Animationen, Zeichentricksequenzen. Und das wiederum erledigt der Jungunternehmer nicht mit einem Wust an Folien, sondern am PC-Bildschirm. Entsprechende Rechner und die geeignete Software machen es möglich.

An dieser Stelle taucht ein Laie in die Zauberwelt einer Branche ein, die bisher eher in
der Verborgenheit zunehmenden Spezialistentums blüht. Wenn er an Trickfilme wie Momo oder Animationen zum berühmten Mister Bean denkt, tauchen vorm geistigen Auge des Amateurs schwitzende Teams in mit Technik voll gestopften Trickfilmstudios auf. Umso überraschter ist man, wenn Jungunternehmer Schwertel den Gast in sein „Studio“ bittet - ein Zimmer im Neubaugebiet Lindlar-West.

Da domptiert der Tausendsassa mit der Maus die Software, holt aus den Computern heraus, was zu leisten sie in der Lage sind. Und was sie und er nicht können, besorgt er sich bei Kooperationspartnern. Dazu hat Schwertel ein Netzwerk aufgebaut, mit dem er - je nach Auftrag - minutenschnell sein Team zusammenstellen kann. So wie bei dem Auftrag von Lancaster, für einen neuen Lippenstift im Sortiment eine Produktpräsentation zu zaubern. Eine Arbeit,die normalerweise vier Wochen in Anspruch nimmt.Schwertel erledigte sie mit einem Kölner Partner in vier Tagen und Nächten.

Wie ein Monument ragt der Lippenstift in der Bildmitte von schräg oben betrachtet auf, umflattert von Bändern und akustisch inszeniert wie die Vorstellung eines Weltstars auf einer Stadionbühne.Die Datenmengen, die Schwertel dafür erzeugte, würden ein Dutzend CDs füllen. Bei aller Automation, das in vier Tagen und Nächten zu schaffen,war eine Meisterleistung.

Seine Karriere als Trickfilmer begann der Mediendesigner als Schulbub, wie er auf seiner eigenen Internetseite vorführt. Da ist der Kampf des Playmobil-Siegfrieds mit dem Drachen zu bewundern, das Frühwerk des kleinen Michi. Später gestaltete er die Schülerzeitung an seinem Koblenzer Gymnasium, gewann bei einem Animationswettbewerb, wurde vom Hessischen Rundfunk fürs Fernsehen entdeckt, war bald für deren 3-D-animierte Wetterkarte zuständig, arbeitete während seines Media-Design-Studiums in Frankfurt,Berlin und Köln bei RTL, Sat.1, n-tv und in der ARD bei HR und WDR.

Das reichte ihm offensichtlich noch nicht. Denn wann immer die Zeit es zuließ, jettete Schwertel in die Staaten und nach England und absolvierte dort Praktika zumBeispiel bei Disney, Sonypictures Imageworks oder Dreamworks. Was er da unter anderem lernte, trieb ihn daheim umso entschlossener zur Gründung seines Unternehmens blurmedia:
Die großen Tanker in der Branche können nur schwerfällig dem oft kurvenreichen Kurs der Kundenwünsche folgen. Die Großen im Geschäft gerieten schnell in den Strudel der Rezession, die kleinen Flexiblen wurden zu den Profiteuren der Krise.

Diese Erkenntnis scheint sich hier bewahrheitet zu haben, denn in seinem ersten kompletten Geschäftsjahr 2002 brummte Schwertels Laden mächtig. Über Umsätze schweigt er sich vornehm aus, nur soviel: Es war nicht schlecht.

In diesem Jahr hat er bereits mehrere Aufträge, DVD-Menüs für Produktionen wie Momo oder die Unendliche Geschichte zu entwickeln. Diese neue Technik befördert den Zuschauer ein Stückchen zum interaktiven Nutzer. Über ebenjene Menüs, die Schwertel erstellt, lassen sich Varianten von Filmszenen aufrufen, wird der Betrachter über Hintergründe der Filmproduktion informiert, erfährt Neues über Schauspieler oder kleine Geschichten über die Genese von Trickfilmfiguren.

Außerdem lehrt der Neu-Lindlarer seit 1996 an verschiedenen Medienschulen Multimedia-Design, Comic und Trickfilm, ist gelegentlich Prüfer für die IHK Düsseldorf im Bereich Mediengestaltung, hat ein Fachbuch geschrieben, gehört hier im Oberbergischen inzwischen dem IT-Forum der IHK an und - ist ständig dabei, mediengestalterische Missgriffe seiner Umgebung aufzuspüren und auszumerzen. Wie den Auftritt der Bahn auf den Bildschirmen ihrer ICE-Züge. Furchtbar langweilig, fand Schwertel, telefonierte sich quer durchs nachbehördliche Imperium und erhielt schließlich vom leicht verschnupften Verantwortlichen den Auftrag: „Dann machen Sie's doch besser!“

Was man Schwertel nicht zweimal sagen muss. Fix entwickelte er für die Bahn eine pfiffigere Präsentation, denkt laut darüber nach, welche Werbepotenziale bisher in öffentlichen Verkehrsmitteln ungenutzt bleiben und beteiligt sich mal eben an einem Wettbewerb für die Internet-Einladung zur Frankfurter Messe Marketingservices im April. Frei nach dem Motto Ruhe ist Rückschritt, und die Zukunft liegt vorn.

INGO LANG
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